Krendel Karte

 

Der Walderlebnispfad bildet das Kernstück des Naturerlebnisbereiches Krendel in Syke, direkt an der Bundesstraße 6 neben dem Kreismuseum gelegen. Der Rundweg umfasst insgesamt 24 abwechslungsreiche Stationen, die den Besuchern den Lebensraum Wald in all seinen Facetten näherbringen. Im Folgenden werden ausgewählte Stationen kurz vorgestellt.

Gleich zu Beginn an Station 2 trifft man auf eine in Teilen noch gut sichtbare Geländeerhebung, die für Geestlandschaften typische Wallhecke. Diese in Norddeutschland auch als "Knicks" bezeichnete Geländeeingrenzung wird von bewachsenen Erd-, Stein- oder Torfwällen gebildet. Bis heute dient sie den verschiedensten Lebewesen als Lebens- und Schutzraum, etwa Vögeln, Reptilien, Amphibien und Insekten, sowie verschiedensten Pflanzenarten und Pilzen. Wallhecken dienten als Schutz vor wilden Tieren, später auch als Begrenzung von Ackerland, Viehdriften, Wäldern oder privaten Besitzungen.

 

Flussbadeanstalt

 

Prägend für den Krendel ist der direkt an ihm vorbeifließende Geestbach Hache, der innerhalb des Erlebnispfades immer wieder eine Rolle spielt. So zum Beispiel gleich an Station 5, der alten Flussbadeanstalt. Diese wurde im Jahr 1913 an der Schleife der Hache eingerichtet, aber bereits 1925 vom Syker Allgemeinmediziner Dr. Albert Lohrig durch das bis heute existierende (und 1958 sanierte) Freibad mit eigenen Becken ersetzt - eine Badegelegenheit in der Hache wurde aber auch weiterhin angeboten. Extra für die alte Badeanstalt wurde der Uferbereich der Hache auf einer Länge von etwa 20 Metern mit Beton befestigt.

Ein besonderes Beispiel für die Eigenwilligkeit der Natur zeigt sich an Station 7. Hier treffen die Besucher auf eine Eiche, die fast wie ein Korkenzieher mit einer Buche zusammengewachsen ist.

 

 

005463 02 Wiesen

 

Die Wiese bei Station 16 ist ein wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Bis in die 1950er Jahre wurde sie noch landwirtschaftlich genutzt, aber nicht als Viehweide, sondern durch regelmäßiges Mähen, um das Heu als Viehfutter zu verwenden.

Auf dem aus den 1930er Jahren stammenden Foto links sehen Sie die Hache mit den ursprünglich genutzten Wiesen. Etwa in der Bildmitte erkennt man den Mäander, an dem sich die alte Flussbadeanstalt (siehe Station 5) befindet - die weißen Badehäuschen sind im Hintergrund auch noch zu erahnen. Im Hintergrund rechts erkennt man die Stadt Syke und den Kirchturm.

Die heutigen Wiesen im Krendel sind Überreste dieser großen Flächen, die bis vor gar nicht allzu langer Zeit noch genutzt wurden.

 

 

An Station 18 begegnen wir der Wasserreiser-Eiche. Sie hat im Gegensatz zu den meisten anderen Bäumen im Krendel keine große runde Krone, sondern eine Ersatzkrone aus langgestreckten Ästen. Die Eiche reagiert mit der Bildung sogenannter Wasserreiser, wenn die Lichtverhältnisse an der Krone nicht ausreichend sind. Dazu werden "schlafende" Knospen aktiviert und zu kurzen schmalen Ästen entwickelt. An den Wasserreisern bilden sich dann Blätter, durch die die Fotosynthese wieder vergrößert wird.

S21 Rckweg zum KreismuseumMit Station 21 beginnt der Rückweg zum Kreismuseum. Er führt uns durch einen Buchenwald mit verschiedenen Mischbaumarten wie Bergahorn oder Roteiche. Solche buchenreichen Mischwälder sind in der hiesigen Region (mittelniedersächsisches Tiefland, Wuchsbezirk Geest Mitte) das Ziel der Waldplanung. Unsere Wälder sind längst keine Urwälder mehr, aber natürliche Prozesse sollen dennoch weiterhin einen erheblichen Anteil an der Waldentwicklung haben. Um Wälder umweltverträglich und gleichzeitig wirtschaftlich zu entwickeln, müssen bei der Anpflanzung bzw. Aufforstung unter anderem Kriterien wie das Klima, die Bodenart und die Bodenverhältnisse berücksichtigt werden.

Ergänzt wird dieser Bereich des Erlebnispfades mit mehreren kleinen Schildern zwischen Station 22 und 23, die den Besuchern weitere Informationen zum Lebensraum Wald bieten und zum Nachdenken anregen möchten, um so auf verschlungenem Pfad mitten durch den Mischwald den Rückweg zum Kreismuseum zu weisen.

 

S24 Schwarzer Herzog

 

Als 24. und letzte Station des Erlebnispfades erinnert das Denkmal für den "Schwarzen Herzog" an ein historisches Ereignis aus dem Jahr 1809. Damals führte Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Oels ein Freikorps an, das aufgrund seiner schwarzen Uniform als "Schwarze Schar" bezeichnet wurde. Braunschweig war von Napoleon besetzt, Friedrich Wilhelm hielt sich in seinen schlesischen Besitzungen auf. Dort stellte er das Freikorps auf, mit dem er im März 1809 Richtung Norddeutschland zog, um sich den Napoleonischen Truppen entgegenzustellen. Am 5. August 1809 lagerten "die Schwarzen" auf der Flucht vor nachrückenden französischen Verbänden im Krendel. Der Versuch, einen Volksaufstand gegen die französische Besatzung zu entfachen, war gescheitert. Also fassten sie hier den Entschluss, sich nach England zurückzuziehen, was schließlich wenige Tage später über Elsfleth, Brake und Helgoland auch gelang. Das Denkmal für Friedrich Wilhelm in Syke wurde 1863 errichtet.